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Brauhefe: Sorten, ernten und wiederverwenden

Brauhefe lässt sich vermehren, ernten und wiederverwenden.

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Mit Quellen
Kurz gesagt

Brauhefe lässt sich vermehren, ernten und wiederverwenden. Wichtig sind eine saubere Arbeitsweise, die Wahl der passenden Sorte und die Gärtemperatur. „Bierhefe selber machen“ meint meist, Hefe aus einer fertigen Gärung zu ernten und wieder anzustellen, nicht Hefe von Grund auf herzustellen. Die genauen Mengen und Temperaturen findest du im Datenblatt deiner Hefe.

Wie wird Bierhefe hergestellt?

Im Handel wird Brauhefe in Reinzucht vermehrt und anschließend getrocknet oder flüssig abgefüllt. Du als Hobbybrauer erntest Hefe aus deiner Gärung oder gewinnst sie aus dem Bodensatz von Flaschenbier. Eine Reinzucht im eigenen Haushalt ist anspruchsvoll.

Welche Brauhefe-Sorten gibt es?

  • Obergärig: Wärmere Gärung, oft fruchtige Aromen. Beispiel laut Fermentis: SafAle WB-06 für Weizenbiere (18 bis 26 °C), SafAle US-05 für amerikanische und stark gehopfte Biere (18 bis 26 °C).
  • Untergärig: Kühle Gärung, saubere Biere. Beispiel: SafLager W-34/70 mit 12 bis 18 °C.
  • Wilde Hefe: Spontan vergorene Biere nutzen Hefen aus der Umgebung. Das Ergebnis ist schwer planbar und nur etwas für erfahrene Brauer.

Die Werte stammen von den Produktseiten von Fermentis, abgerufen am 26.10.2026: US-05, WB-06, W-34/70. Zu Auswahl und Kauf: Brauhefe kaufen. (Werbung)

Hefe rehydrieren

Laut Fermentis ist Rehydrieren bei SafAle US-05 optional: Die Hefe in mindestens der zehnfachen Gewichtsmenge sterilem Wasser oder abgekochter, gehopfter Würze bei 25 bis 29 °C einstreuen, 15 bis 30 Minuten ruhen lassen, vorsichtig rühren und dann zugeben. Direktes Einstreuen auf die Würze ist ebenfalls möglich. Bei SafLager W-34/70 nennt Fermentis 15 bis 25 °C für die Rehydrierung. Lallemand schreibt zu LalBrew Nottingham, Rehydrieren solle nur nötig sein, wenn die Ausrüstung kein Einstreuen erlaubt, und dass bei erneuter Verwendung von Trockenhefe die Würze belüftet werden muss (laut Zusammenfassung des Datenblatts).

Wie viel Hefe für 20 Liter Bier?

Fermentis gibt die Dosierung in Gramm pro Hektoliter an: SafAle US-05 und WB-06 50 bis 80 g/hl, SafLager W-34/70 80 bis 120 g/hl. Für 20 Liter ergibt das (eigene Rechnung) 10 bis 16 g beziehungsweise 16 bis 24 g. Eine 11,5-g-Packung reicht also für Ales, bei Lagerhefe brauchst du etwa zwei. Bei sehr kalter Gärung liegt der Bedarf höher.

Bier-Hefe ernten

Der Brauer Tobias Meyknecht beschreibt auf malzknecht.de (ohne Datum) den Ablauf: Einmachgläser auskochen oder desinfizieren, den Bodensatz aufschwenken und die Gläser befüllen, mit Frischhaltefolie verschließen und kühl stellen. Am nächsten Tag Druck prüfen und bei Bedarf ablassen. Setzt sich die Hefe klar ab, kann die Flüssigkeit darüber abgegossen werden. Verunreinigte Hefe wird verworfen, Prüfung per Geruch.

Lagerung: Optimal etwa eine Woche, höchstens zwei, kühl aber nicht eingefroren. Längere Lagerung ist möglich, solange die Hefe nicht schlecht riecht, die Zellzahl wird dann aber ungewiss und ein neuer Starter kann nötig sein. Menge zum Anstellen: Zum Schätzen wird mit etwa einer Milliarde Zellen pro Milliliter Erntehefe gerechnet. Nach einem Sud mit losem Hopfenstopfen solltest du die Hefe nicht wiederverwenden, weil sie sich nicht sauber vom Hopfen trennen lässt.

Hefe wiederverwenden: Wie oft?

Laut malzknecht.de gibt es keine feste Zahl: Das Mutations- und Kontaminationsrisiko steigt mit jeder Generation. Erfahrungsgemäß lassen sich Hefen etwa sechsmal verwenden, einige Brauer berichten von mehr als zehn Generationen ohne negative Folgen. Verwende Erntehefe nur für Biere mit gleicher oder höherer Stammwürze, nicht umgekehrt, und verwirf sie nach einem starken Bockbier. Das sind Erfahrungswerte eines Hobbybrauers, keine gesicherten Standards. Im Hobbybrauer-Forum gehen die Meinungen zu Lagerdauer und Generationen ebenfalls auseinander.

„Strippen“ und Waschen

Im Hobbybrauer-Wiki heißt Hefestripping etwas anderes, als man vermuten würde: Es bezeichnet das Gewinnen von Hefe aus dem Bodensatz frischer Flaschenbiere. Vorgehen laut Hobbybrauer-Wiki: Eine sterile Nährlösung vorbereiten (frisch abgekocht, auf höchstens 24 °C abgekühlt, ersatzweise Malzextraktlösung mit etwa 60 g/l oder Malzbier), das Bier vorsichtig einschenken, den Flaschenhals mit Alkohol reinigen, den Bodensatz mit etwas Nährlösung aufschwenken, in einen ausgekochten Zuchtbehälter geben und wie einen Starter bei 20 bis 24 °C weiterführen, gut belüftet. Das Wiki nennt auch ungeeignete Biere: Hefe wird durch Kurzzeiterhitzung oder Separierung geschädigt, etwa bei Ayinger, Paulaner, Erdinger und Franziskaner. Zur Haltbarkeit und zu Generationen macht das Wiki keine Angaben.

Hefe waschen: malzknecht.de rät davon ab, wegen erhöhtem Kontaminationsrisiko, Schädigung durch osmotischen Druck und unnötigem Aufwand. Im Forum gehen die Meinungen dazu auseinander.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bierhefe und Hefe?

Bierhefe ist die Hefe, die beim Bier arbeitet. Backhefe ist eine andere Zuchtlinie. Siehe Woraus besteht Hefe?.

Ist Bierhefe wirklich gesund?

Das betrifft Bierhefe als Ergänzung: Bierhefe Wirkung.

Was macht Bierhefe mit den Haaren?

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Fermentis SafAle US-05, 11,5 g

Obergärige Trockenhefe. Laut Fermentis genügt für 20 Liter Würze eine 11,5-g-Packung (10 bis 16 g nach Herstellerangabe, eigene Rechnung).

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Fermentis SafLager W-34/70, 11,5 g

Untergärige Trockenhefe für Lagerbiere. Für 20 Liter brauchst du etwa zwei Packungen (16 bis 24 g nach Herstellerangabe, eigene Rechnung).

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Fermentis Safbrew WB-06, 11,5 g

Obergärige Weizenbierhefe, 11,5-g-Packung. Auf Amazon heißt sie Safbrew WB-06, bei Fermentis heute SafAle WB-06. Prüfe vor dem Kauf, dass WB-06 und die Packungsgröße stimmen. Für 20 Liter reicht eine Packung (10 bis 16 g nach Herstellerangabe, eigene Rechnung).

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